Nachruf Maximilian Baumer †

Zum Tod von MAXIMILIAN BAUMER *1959 – † 17.4.26

Ein Nachruf von Lutz Krutein

Max Baumer © Foto Lichtbildklub.de

Max war ein Mensch, der anderen „hinters Gesicht“ sehen und die Leute in ihrem Wesen und mit einem feinen Humor beschreiben konnte.

Wir kannten und schätzten ihn als 3D-Animationskünstler, Filmemacher, Produzent, Bildenden Künstler, Musiker, Conferencier und was nicht noch alles. Er konnte es einfach. Präsent sein, auch auf der Bühne, mit einem leichten Schmunzeln beiläufig das Richtige sagen. Seinen Zweifel humorvoll zum Besten geben und dabei gleich ein paar Phrasen aus allzu sicheren Kommentaren platzen lassen. Belehrendes lehnte er ab, er bevorzugte die Erkenntnis aus eigener, erlebter Erfahrung.

Er verstand was von Bildkomposition und Bildsprache, von Inszenierung und Dramaturgie, vom Spannungsverhältnis zwischen Text und Bild, und er beherrschte seine Technik, spielte mit ihr meisterlich, wie auf einem Instrument.

Ich habe Max Baumer zuerst in den 1990er Jahren wahrgenommen, über den (Kult-)Film „Gloverman“, der einmal lief (auf dem U-Bahn-Baustellenfest der Szene Fürth) dann aber nie wieder ordentlich gezeigt werden durfte. Warner Bros. hatte dagegen geklagt. Dann habe ich ihn wieder getroffen, auf einer Veranstaltung der Schule der Phantasie und ab und zu gesehen und gehört als Musiker, in der Band Harzer’s Bazaar, Anfang der Zweitausender Jahre. 2012 präsentierte er sich als Vincent van Gogh in der kunst galerie fürth. Wir kannten uns, hatten aber nicht wirklich Kontakt, bis er 2021 an der ersten FREI LUFT GALERIE teilnahm. In den Fenstern der VHS fuhr er damals im virtuellen Paternoster hoch und runter und machte seine verhaltenen Faxen, sehr zu meinem Vergnügen und zu dem vieler Passanten. Auch bei den Fürther Glanzlichtern war er immer wieder dabei und in Herzogenaurach bei Hin- und Herzo, alles zu sehen auf der wunderbaren Website von VEB Lichtbildklub.de

Ende 2024 hatten Max und Sascha Banck eine gemeinsame Ausstellung im Stadttheater. Sie haben viel zusammen gearbeitet und sich gegenseitig inspiriert. Zuletzt arbeiteten sie an einem gemeinsamen Filmprojekt, das nun nicht mehr realisiert werden kann.

Auf seine Zeichnungen und Texte hatte mich Sascha vor der Ausstellung hingewiesen. Ich kannte sie bis dahin nicht und fand sie damals höchst eigenartig, weil ich den Eindruck hatte, dass seine Figuren irgendwie in das Blatt hineinkriechen oder vielleicht auch hinaus, wie man will, auf jeden Fall wurde da der Bildrand oft in Frage gestellt, und vielleicht auch einfach nicht wirklich akzeptiert, so dass man sich noch seinen Teil dazu denken konnte. Eingefügte Texte waren Teil eines Schöpfungsprozesses, der da anschaulich wurde. Es handelte sich bei den Bildern weniger um Portraits, sondern eher um bestimmte Situationen, in denen Menschen und andere Wesen sich befinden können oder vielmehr hineingeraten.

In diesen Bilden deutete er auf seine schöne, subtile Art auf das physische soziale Miteinander, das Zwischenmenschliche. Und ich glaube, was er da einforderte, das war Einfachheit, Ehrlichkeit und ein sich selbst nicht so wichtig Nehmen. Immerhin die besten Voraussetzungen für einen freundlichen Umgang mit Anderen.

Studiert hat er an der ADBK Nürnberg, bei Professor Scharl. Malerei und Zeichnung standen bei ihm gleichberechtigt neben seinen anderen kreativen Arbeiten. Max war langjähriges Mitglied im Kulturring C.

Danke Dir, lieber Max, für die wunderbaren Geschichten und Bilder, die Du uns geschenkt hast!

Lutz Krutein

Max Baumer im WWW:
» Lichtbildklub
» Vimeo

Gedanken.Raum.Buch – kultur.lokal.fürth

Gedanken.Raum.Buch

Ausstellung von Sabine Neubauer und Ilona Keil-Beruchashvili im kultur.lokal.fürth

Die beiden Kulturring C Künstlerinnen laden ein:

Gedanken.Raum.Buch

» Ausführliche Infos zur Thematik der Ausstellung findet Ihr in diesem Flyer zum Download «

» kultur.lokal.fürth @ Instagram «

Die Künstlerinnen im www:
Sabine Neubauer
Ilona Keil- Beruchashvili

Herzlichst,
Euer Kulturring C